Warum Ethik in der KI Pflicht ist (nicht Kür)
KI‑Modelle treffen keine „Werteentscheidungen“. Sie lernen aus historischen Daten, die Vorurteile enthalten können. Ohne klare Leitplanken entstehen falsche oder ungerechte Ergebnisse – das schadet Menschen und Unternehmen.
Als Student:in im dualen Studium kannst du hier punkten: Du bringst frische Perspektiven ein, stellst kritische Fragen und dokumentierst sauber – ein Vorteil in jedem Team.
Die fünf Leitfragen vor jedem KI‑Projekt
1) Ziel & Wirkung: Welches Problem lösen wir? Wer profitiert – wer könnte Nachteile haben?
2) Daten: Woher stammen sie? Sind sie repräsentativ? Wer darf sie sehen?
3) Metriken & Grenzen: Woran messen wir Qualität? Was darf das System <em>nicht</em> entscheiden?
4) Transparenz: Was erklären wir Nutzer:innen? Können sie Entscheidungen anfechten?
5) Betrieb: Wer überwacht, wer korrigiert, wer trägt Verantwortung?
Datenschutz & Sicherheit – DSGVO in kurz
Nur Daten nutzen, die du nutzen darfst; Personenbezug minimieren; Rollen & Rechte sauber trennen. Logge Zugriffe, schütze Secrets und arbeite mit anonymisierten oder synthetischen Daten, wenn möglich.
In Prüfungsleistungen: erkläre kurz, welche Schutzmaßnahmen du gewählt hast – das zeigt Verantwortungsbewusstsein.
Bias & Fairness – Verzerrungen erkennen und senken
Überprüfe Datensätze auf unausgewogene Gruppen, Fehlklassifikationen und Lücken. Nutze einfache Checks: Verteilungen, Fehlerraten je Gruppe, Beispiel‑Audits.
Technisch helfen balancierte Trainingsdaten, robuste Metriken (z. B. Balanced Accuracy) und regelmäßige Fairness‑Reviews.
Transparenz durch Dokumentation
Nutze Daten‑ und Modellkarten: Was ist drin, wofür taugt es, wofür nicht? Halte Annahmen, Trainingszeitpunkte, Quellen und bekannte Risiken fest.
Kurz & ehrlich schlägt perfekt & unklar. Deine Dokumentation ist ein Karriere‑Booster.
Praxis: Responsible‑AI‑Routine im 2+3‑Rhythmus
Hochschule (2 Tage): Theorie, Fallstudien, kurze Reflexionen. Unternehmen (3 Tage): Checkliste je Experiment (Ziel, Daten, Metrik, Risiken), Review mit Mentor:in, Ergebnis als Portfolio‑Seite festhalten.
So verankerst du Ethik im Alltag – und nicht nur in einer Vorlesung.
Nächster Schritt: Nutze das 2+3‑Wochenmodell clever – blocke 2 Tage für die Hochschule (Theorie & Übung) und 3 Tage fürs Unternehmen (Praxis & Umsetzung). Dokumentiere wöchentlich deine „Weeknote“ (3 Learnings, 2 Ergebnisse, 1 nächstes Ziel).
Finanzen: In unseren dualen Programmen liegt das Gehalt typischerweise bei 1.400–1.600 € brutto/Monat; die Studiengebühren übernimmt dein Praxispartner immer vollständig.